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Im Rahmen des Aufbau der Bundesmarine wurde die Entwicklung mehrere Klassen von Küsten-Ubooten in Auftrag gegeben, unter anderem die 350 ts Boote der Klasse 201, bei denen sich bald herausstellte, das der für den Bau verwendete a-magnetische Stahl nicht für den Baus von Ubooten nicht geeignet war. Es traten  kristalline Risse im Druckköper und den Tauchzellen auf. Deshalb wurde nach dem Bau der ersten drei Boote von insgesamt 12 geplanten Booten der Klasse 201 Boote der Baus weiterer Boote dieses Typs eingestellt. "U 1" und "U 2" wurden außer Dienst gestellt und als Boote der Nachfolgeklasse 205 vollkommen aus ST52 Stahl gebaut. "U 3" hingegen wurde nicht neu aufgelegt.

Am 12. Dezember 1960 wurden von der Bundesmarine neun Uboote der Klasse 205 wurden am bei den Howaldtswerken in Kiel in Auftrag gegeben, die in drei Baureihen unterteilt waren. Die Neubauten "U 4" bis "U 8" gehörten zur ersten Baureihe. Auf Grund der zum Teil weiter bestehenden Stahlproblematik verzögerte sich der Bau einzelner Boote. Der Bau von "U 8" dauerte z.B. insgesamt 274 Tage.

Das Unterseeboot "U 8" wurde am 11. Oktober 1963 bei den Howaldtswerken in Kiel zu Wasser gelassen und von Frau Ilse Topp getauft. Kapitän zur See Topp, Chef des Stabes im Kommando Flotte und selbst ehemaliger „U 8"-Kommandant der Kriegsmarine, wies damals in seiner Taufrede darauf hin, dass es in der deutschen Marinegeschichte bereits vier Boote mit der Bezeichnung „U 8" gegeben habe, wovon das erste noch mit einem Petroleummotor ausgerüstet war und das letzte als Schulboot im Zweiten Weltkrieg diente. Zu allen Zeiten habe es wie heute genügend Männer gegeben, die sich freiwillig für den harten Dienst auf den Ubooten meldeten.

In Anwesenheit einer Abordnung der Ratsversammlung und des 1. und 2. Bürgermeisters der Patenstadt Starnberg, den Herren Dr. Widmann und Meidinger, übernahm am Mittwoch, dem 22. Juli 1964, der 27 Jahre alte Oberleutnant zur See Jörg Ullmann gemäß dem Indienststellungsbefehl Nr. 236 mit dem Befehl "Heiß Flagge und Wimpel" an der Scharnhorstbrücke im Kieler Tirpitzhafen das Kommando über „U 8". Das Boot erhielt die Nato Nummer (optisches Rufzeichen) "S 187" wurde dem 1. Ubootgeschwader in Kiel unterstellt.

Am Morgen des Indienststellungstages legten der Erste Bürgermeister der Patenstadt Starnberg, Dr. Widmann, sowie der Kommandant, Oberleutnant zur See Ullmann, am U-Boot-Ehrenmal in Möltenort zu Ehren der in den beiden Kriegen gefallenen Ubootfahrer Kränze nieder.

Bei der Indienststellungsfeier waren neben den Vertretern der Patenstadt, der Bauwerft und Zulieferfirmen eine Reihe von Ubootkommandanten des letzten Krieges sowie Besatzungsangehörige aus allen Ubootfahrergenerationen der Deutschen Marine anwesend.

Mit ihren damals neuartigen elektronischen Einrichtungen, waren dies Uboote der Klasse 205 für den Einsatz in der Ostsee und in Küstengewässern vorgesehen. Die Besatzung bestand aus 21-22 Mann und setzte sich aus vier Offizieren, aus Unteroffizieren und älteren Mannschaftsdienstgraden mit gründlichen Spezialausbildungen zusammen.

Bei den Booten "U 4" bis "U 8" gab es in der folgenden Zeit erneut, wie bereits zuvor bei den Booten der Klasse 201, Probleme mit dem beim Bau verwendeten anti-magnetischen Stahl, die zu kristallinen Rissen in den Tauchzellen führten. Die Boote "U 4" bis "U 8" konnten daher ab 1968 nur noch als Schulboote bei der Ubootlehrgruppe (ULG) in Neustadt eingesetzt werden und unterlagen restriktiven Tauchtiefenbeschränkungen.

Das Bootswappen des Unterseebootes "U 8" enthält als zentrales Element eine zu einem Stundenglas verfremdete 8 mit zwei roten Teufeln, die jeweils eine Fackel in der Hand haben. Die 8 steht für den Bootsnamen "U 8" und die Teufel wurden in Erinnerung an das Bootswappen von "U 57" der Kriegsmarine unter dem damaligen Oberleutnant zur See Topp hinzugefügt.

Die Kommandanten von U 8

  • Oberleutnant zur See Ullmann

    22. Juli 1964 bis 27. September 1965

  • Oberleutnant zur See Horten

    28. September 1965 bis 22. September 1968

  • Kapitänleutnant Holfert

    23. September 1968 bis 31. Dezember 1968

  • Oberleutnant zur See Heise

    1. Januar 1969 bis 14. Dezember 1969

  • Kapitänleutnant Kößler

    15. Dezember 1969 bis 20. September 1970

  • Kapitänleutnant Liebeneiner

    1. Oktober 1970 bis 30. September 1971

  • Kapitänleutnant Haase

    1. Oktober 1971 bis 9. Oktober 1974

Daten des Unterseebootes U 8

Zu Beginn des Aufbaus der Bundesmarine waren mehrere Uboot-Klassen in Auftrag gegeben worden, darunter die Küsten-Uboote der Klasse 201. Es zeigte sich aber bald, dass der verwandte Stahl ungeeignet war, und die Serie wurde nach dem Bau dreier Boote (U 1, U 2, U 3) abgebrochen. U 1 und U 2 wurden komplett umgebaut zu Booten der Nachfolgeklasse 205. U 3 wurde abgebrochen. Neun Uboote der Klasse 205 wurden am 12. Dezember 1960 bei der Kieler Howaldtswerken in Auftrag gegeben. Auf Grund der Stahlproblematik verzögerte sich der Bau einzelner Boote.

Bau, Verwendung und Verbleib

  • Baubeginn:

    20.03.1962 - Erstes Baulos Klasse 205 (Stahl AM 10)

  • Taufe:

    11.10.1963

  • Abnahme:

    26.06.1964

  • Baukosten:

    ca. 25 Mio. DM

  • Indienststellung:

    22.07.1964 - Unterstellung 1. Ubootgeschwader in Kiel ab 20.04.1964 - Unterstellung Ubootlehrgruppe in Neustatdt ab 01.05.1969

  • Außerdienststellung:

    09.10.1974 - Verwendung für die Erprobungsstelle 71 bis 09.10.1977 - Anschließend wurde "U 8" im Marinearsenal Kiel aufgelegt und ausgeschlachtet. Im Jahre 1977 wurde das Boot über die VEBEG zur Verschrottung verkauft.

Technische Daten

  • Länge / Breite / Tiefgang / Höhe:

    45,7 m / 4,6 m / 4 m / 9,2 m

  • Verdrängung:

    450 Tonnen Überwasser, 500 t getaucht

  • Geschwindigkeit:

    10 kn Überwasser, 17 kn getaucht

  • Antrieb:

    2 Dieselgeneratoren ; bestehend aus je 1 Mercedes-Benz-12-Zylinder-4-Takt-V-Dieselmotor mit 600 PS  und einem festgekuppelten BBC-Generator (die Dieselgeneratoren haben keine Verbindung mit der Schraubenwelle)
    1 SSW -Elektrofahrmotor 1.100 kW/1.500 PS wirkend auf eine Welle mit 5-(Klasse 205)/7-(Klasse 205 B) Blatt-Schraube

  • Bewaffnung:

    8 Torpedorohre auch für Minen (RI + II)

  • Ausrüstung:

    Ausfahrgeräte: Seerohr, Stabantenne, Radarmast, Schnorchel, ECM (Radarerfassung), UHF-Antenne

  • Nenntauchtiefe:

    100 m bei 2,5 facher Sicherheit

  • Reichweite::

    ca. 4.200 sm bei 5 kn Überwasser, ca. 228 sm bei 4 kn getaucht

  • Besatzung:

    22 Mann

S186 U7 und S187 U8 1972 in Kiel
Foto: Wolfgang Fricke

Die U 8 Bootstreffen

Die Unterseeboot "U 8" Bootstreffen dienen vor allem der Kameradschaftspflege ehemaliger Besatzungsmitglieder, die in den 10 Jahren zwischen der Indienststellung am 22. Juli 1964 und der Außerdienststellung am 9. Oktober 1974 auf dem Unterseeboote "U 8" der Bundesmarine gefahren sind.

Das Boot war am 11. Oktober 1963 bei den Kieler Howaldtswerken (HDW) Wasser gelassen worden und von Frau Ilse Topp auf den Namen „U 8" getauft worden. Kapitän zur See Erich Topp, zu dieser Zeit Chef des Stabes im Kommando Flotte und selbst ehemaliger „U 8"-Kommandant, wies in seiner Ansprache darauf hin, dass es in der deutschen Marinegeschichte zuvor bereits vier Boote mit der Bezeichnung „U 8" gegeben habe, wovon das erste noch mit einem Petroleummotor ausgerüstet war und das letzte als Schulboot im Zweiten Weltkrieg diente. Patenstadt des Unterseebootes "U 8" war die Stadt Starnberg.

Wir hoffen, auch mit Hilfe dieser Internetseite weitere ehemalige "U 8-Fahrer" ausfindig zu machen und so in Zukunft die Bootstreffen regelmäßiger und mit einer größeren Teilnehmerzahl ausrichten zu können. Die Bootstreffen sollen vor allem der Kameradschaftspflege dienen. Achzehn ehemalige "U 8-Fahrer" haben sich inzwischen der Ubootkameradschaft Kiel angeschlossen.

Bisher haben in lose Folge schon eine Reihe von Besatzungstreffen statt gefunden. Die Bootstreffen dienen vor allem der Pflege der Kameradschaft ehemaliger Besatzungsmitglieder, die in den 10 Jahren zwischen der Indienststellung des Bootes am 22. Juli 1964 und der Außerdienststellung am 9. Oktober 1974 auf dem Unterseeboote "U 8" der Bundesmarine gefahren sind.

Die Ehemaligen von "U 8" trafen sich zum ersten Mal im Jahre 1998. Das zehnte Treffen hat vom 13.09.2018 - 16.09.2018 in der Fördestadt Flensburg stattgefunden. Das elfte "U 8"-Besatzungstreffen hat vom 3. bis 5. Mai 2019 während des Nationalen Ubootfahrertreffen 2019 in Wilhelmshafen stattgefunden, und nach einer Corona-bedingten Pause wurde das zwölfte Treffen vom 14.09. bis 16.09.2021 in Laupheim  Baden –Württemberg durchgeführt.

Kontakt:
Ernst Müller
Langacker 4
23730 Neustadt / Holstein
Tel.: 04561-3302
E-Mail: e.u.e.mueller@t-online.de

Liste der "U 8" Besatzungstreffen

Die in den nachfolgenden Berichten über die Bootstreffen abgebildeten und erwähnten Personen sind mit der Veröffentlichung ihres Bildes und ihrer Namen einverstanden.

Ehemalige U 8-Fahrer
2015
in der alten Messe
der Ubootkameradschaft Kiel

am U-Boot-Ehremal in Möltenort

Foto: Archiv Ernst Müller